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Britische Soldaten wegen Misshandlung Gefangener vor Militärgericht

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Britische Soldaten wegen Misshandlung Gefangener vor Militärgericht

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Zum ersten Mal müssen sich britische Soldaten wegen des Vorwurfs der Misshandlung irakischer Gefangener vor einem Militärgericht verantworten. Insgesamt sind drei britische Militärangehörige angeklagt. Verhandelt wird der Fall im niedersächsischen Osnabrück. Zu Prozessbeginn wiesen die drei die gegen sie erhobenen Vorwürfe weitesgehend zurück. Nur einer der Angeklagten räumte eine Teilschuld ein. Er gestand, einen irakischen Häftling geschlagen zu haben. Er bedaure die Tat, gab er zu Protokoll.

Die Soldaten sollen laut Anklage gefangene Iraker geschlagen und sie gezwungen haben, sexuelle Handlungen zu simulieren. Die Erniedrigungen wurden zum Teil fotographisch festgehalten. Die Bilder werden im Prozess als Beweismaterial genutzt. Das Verfahren gegen die Briten folgt nur wenige Tage nachdem der amerikanische Soldaten Charles Graner für ähnliche Vorwürfe zu 10 Jahren Haft verurteilt wurde.

Der britische General Sir Mike Jackson sagte zum Prozessauftakt, die Armee verurteile jegliche Art von Missbrauch. Gebe es Hinweise auf Folter, würde diesen sofort nachgegangen. Allerdings untersuche man nicht nur Vorwürfe, die auf die Folter von Gefangenen hindeuteten, hieß es. Auch werde in Fällen der Misshandlung von Zivilisten ermittelt.

Die britische Armee ist im Süden des Irak, in der Region rund um die Hafenstadt Basra stationiert. Die Angeklagten sollen die Iraker in einer Lagerhalle, unweit der Stadt Basra gequält haben.