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Prozess gegen britische Soldaten in Osnabrück fortgesetzt

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Prozess gegen britische Soldaten in Osnabrück fortgesetzt

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Vor einem Militärgericht im norddeutschen Osnabrück ist der Prozess gegen drei britische Soldaten fortgesetzt worden. Sie sind angeklagt, im Mai 2003 bei Basra mehrere Iraker misshandelt zu haben. Es ist das erste gerichtliche Verfahren gegen Angehörige der Royal Army wegen solcher Vorfälle im Irak. Zwei der in Deutschland stationierten Soldaten haben sich für weitgehend unschuldig erklärt, der Dritte räumte eine Teilschuld ein. Die auch von zahlreichen arabischen Sendern gezeigten Fotos haben Empörung ausgelöst. Britische Zeitungen sprachen von “Großbritanniens Abu-Ghoreib-Prozess”.

Viele Briten hielten so etwas in der Royal Army für nicht möglich. Der Unterschied zwischen Demokratie und Tyrannei bestehe nicht darin, dass eine Demokratie gegen böse Dinge gefeit sei, so der britische Premierminister Tony Blair dazu im Unterhaus. Doch in einer Demokratie würden die Schuldigen zur Verantwortung gezogen. Im Süden des Irak waren bisher etwa 65.000 britische Soldaten im Einsatz. Auch in Basra selbst wurden die Fotos bekannt. Britische Politiker befürchten nun noch mehr Anschläge gegen die Soldaten. Der Prozess in Osnabrück wird voraussichtlich einige Wochen dauern. Über den Ausgang ist eine Nachrichtensperre verhängt worden.