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Juschtschenko sieht Ukraine in der EU

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Juschtschenko sieht Ukraine in der EU

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Es war der Höhepunkt der orangenen Revolution: Viktor Juschtschenko ist als frisch vereidigter Präsident auf den symbolträchtigen Unabhängigkeitsplatz in Kiew gekommen, um zur ukrainischen Bevölkerung zu sprechen. Dort, wo vor zwei Monaten die letztendlich erfolgreichen Protestkundgebungen gegen die gefälschte erste Stichwahl begonnen hatten. Kurz zuvor war Juschtschenko vereidigt worden.

Bis zu einer halbe Million Menschen waren gekommen, um ihren neuen Präsidenten und das Ende der innenpolitischen Ungewissheit zu feiern. In seiner Amtsantrittsrede sagte der pro-westlich-orientierte Politiker, er sehen sein Land in der Europäischen Union: “Unser Weg in die Zukunft führt in ein geeintes Europa. Wir haben dieselben Wurzeln wie die Europäer, wir gehören zur selben Zivilisation, wir haben dieselben wirtschaftlichen Perspektiven und wir teilen dieselben Werte”, sagte Juschtschenko. Neben den ukrainischen Politikern nahmen auch viele internationale Vertreter an den Feierlichkeiten Teil, insbesondere aus dem Westen waren viele nach Kiew gereist. Doch auch in Richtung Osten sandte Juschtschenko Signale:“Wir sind bereit, die Interessen unserer Nachbarn zu respektieren und stabile Beziehungen aufzubauen. Aber unsere nationalen Interessen bleiben im Vordergrund.” Außerdem versprach Juschtschenko mehr Demokratie und ein hartes Vorgehen gegen die Korruption im Land. Anschließend feirte er gemeinsam mit seiner Familie die Amtseinführung und den Wahlerfolg vom 26. Dezember. Die Stichwahl vom 21. November, bei der Regierungkandidat Viktor Janukowitsch zum Sieger erklärt wurde, war wegen massiver Fälschung für ungültig erklärt worden. Bei der Wiederholung der Wahl bekam der frühere Oppositionskandidat Juschtschenko knapp 52 Prozent der Stimmen und damit acht Prozent mehr als Janukowitsch. Alle Klagen seines politischen Gegners wegen angeblich erneuten Wahlbetrugs waren vom Obersten Gericht zurückgewiesen worden.