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Keine Atempause vor Irakwahl

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Keine Atempause vor Irakwahl

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Vier Tage vor den ersten freien Wahlen im Irak sind erneut Bomben vor Wahlbüros in Schulen Bagdads explodiert. Bei diesem Anschlag wurde zwar niemand verletzt, aber die Gegner des Urnengangs versuchen weiter, mit Terror den Urnengang zu behindern. Binnen 20 Stunden griffen Extremisten 13 weitere Wahlbüros nördlich der Hauptstadt an.

In Sadr City wollen sich die meisten Wähler nicht durch die Gewalt von der Stimmabgabe abhalten lassen. Ein Großteil der Einwohner in dem Vorort von Bagdad sind Schiiten. Sie hoffen, durch die Wahl werden sich ihre Lebensbedingungen und die Sicherheitslage verbessern. Religiöse Führer haben sogar Wahlunwilligen mit ewiger Verdammnis gedroht, sollten sie nicht ihre Stimme abgeben. “Wir brauchen eine Regierung, die von den Irakern unterstützt wird und daraus ihre Stärke bezieht. Dann können wir auch die Sicherheitslage im Irak verbessern”, sagte Ali Bin Al Hussein von der Monarchistenpartei. In mehrheitlich sunnitischen Städten wie Tikrit, der Heimatstadt von Saddam Hussein, sieht die Lage anders aus. Die früher privilegierten Sunniten im irakischen Kernland fürchtet um ihren Einfluss. Viele wollen deshalb am kommenden Sonntag nicht zur Wahl gehen. Während in den Sunniten-Hochburgen im Zentralirak der Wahlkampf aus Angst vor Terror praktisch zum Erliegen gekommen ist, hoffen die sunnitischen Kurden im Norden des Landes durch den Urnengang ihre Machtbasis auszubauen. Dort sind heute zwei Autobomben in der Nähe von Kirkuk explodiert.