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Regierung in Frankreich will 35-Stunden-Woche "flexibler" gestalten

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Regierung in Frankreich will 35-Stunden-Woche "flexibler" gestalten

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Die Regierung Frankreichs hat Pläne vorgeschlagen, wonach sie die Regelung der 35-Stunden-Woche aufweichen will.

Die Pariser Nationalversammlung diskutiert ab heute einen entsprechenden Gesetzesentwurf. Die Reform unter dem Motto “Mehr arbeiten und mehr verdienen” soll Möglichkeiten schaffen, die Wochenarbeitszeit auf bis zu 48 Stunden zu erhöhen. Die 35-Stunden-Woche, die unter der vormaligen sozialistischen Regierung eingeführt wurde, soll bleiben – jedoch, wie neben der Regierung auch noch der Arbeitgeberverband fordert, “flexibler” gehandhabt werden.

Der Vorsitzender der kommunistischen Gewerkschaft CGT nennt die Pläne – so wörtlich – “den Gipfel des Betrugs”. Die Rede sei von “freier Wahl” – diejenigen Arbeitnehmer, die das Mehr an Arbeitsstunden nicht freiwillig ableisten würden, könnten sich schon bald vor die Tür gesetzt sehen. Mehrarbeit wird bislang in Frankreich durch freie Tage ausgeglichen. Zukünftig soll dies nun den Regierungsplänen zufolge auch durch zusätzlichen Lohn möglich werden.

Aus Meinungsumfragen geht hervor, dass die französische Gesellschaft über die Frage der Mehrarbeit stark gespalten ist. In einigen Betrieben organisierten Angestellte eigene Abstimmungen zum Thema, um die vom Vorstand vertretene Haltung zu korrigieren.