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Arbeitslosigkeit in Deutschland erreicht Nachkriegsrekord

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Arbeitslosigkeit in Deutschland erreicht Nachkriegsrekord

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In Deutschland hat die Zahl der offiziell gemeldeten Arbeitslosen mit mehr als fünf Millionen einen Nachkriegsrekord erreicht. Hauptgründe dafür sind die saisonbedingte höhere Arbeitslosigkeit im Winter und eine Statistik-Änderung im Zuge der Arbeitsmarkt-Reform Hartz IV. Die Zahl der Arbeitslosen stieg seit Dezember um mehr als 570.000 auf knapp 5,04 Millionen. Das entspricht einem Anstieg der Arbeitslosenquote von 10,8 auf 12,1 Prozent. Bemerkenswert bleibt die Spaltung des Arbeitsmarktes, das Gefälle zwischen Ost- und Westdeutschland. Während die Arbeitslosenquote in Westdeutschland im Januar bei 9,9 Prozent lag, war sie im Osten mit 20,5 Prozent mehr als doppelt so hoch.

Wirtschaftsminister Wolfgang Clement forderte die Deutschen nun zur Einigkeit im Kampf gegen die Arbeitslosigkeit auf: Fünf Millionen Arbeitslose seien fünf Millionen Gründe, entschlossen gegen die Arbeitslosigkeit vorzugehen, sagte er. Der Paukenschlag war absehbar: Seit Jahresbeginn werden in Deutschland arbeitsfähige Sozialhilfe-Empfänger als arbeitslos registriert. Nach Experten-Schätzungen stieg die Zahl der Arbeitslosen allein deshalb um 200- bis 300.000. Einen Rückgang der Arbeitslosenzahl in Deutschland erwarten Experten frühestens nach dem Sommer. Weitere Arbeitsmarkt-Reformen halten die meisten von ihnen weiterhin für richtig.