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G-7-Finanzgipfel: Washington gegen Schuldenerlass für arme Länder

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G-7-Finanzgipfel: Washington gegen Schuldenerlass für arme Länder

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In London haben die zweitägigen Beratungen des G-7-Finanzgipfels begonnen. An ihm nehmen die Finanzminister und Notenbankchefs der wichtigsten Industrieländer teil. Auf der Tagesordnung stehen neben Wirtschafts- und Währungsfragen auch ein möglicher Schuldenerlass für die ärmsten Staaten. Konkrete Hilfsvorschläge für Afrika wurden von den britischen Gastgebern vorgelegt. Widerstände gegen derartige Pläne kamen aber aus den USA.

Die G-7-Staaten und Russland repräsentieren zusammen zwei Drittel des weltweiten Reichtums – nämlich 18.500 Milliarden Euro. Mit 890 Millionen Menschen stellen sie aber nicht einmal ein Fünftel der Weltbevölkerung. Ein wichtiges Thema ist der schwache Dollar und die Stabilisierung des US-Leistungsbilanzdefizits. Dazu erklärte US-Notenbankchef Alan Greenspan, der Druck der Märkte und eine restriktivere Steuerpolitik dürften das Defizit in den kommenden Monaten dämpfen. Zudem sehe er in Washington mittlerweile eine größere Unterstützungfür eine Reduzierung der Defizite in der Leistungsbilanz wie im Haushalt. Die US-Wirtschaft dürfe jedoch auf Grund ihrer hohen Flexibilität diese Anpassungen ohne Probleme meistern. Die USA wie auch die übrigen G-7-Staaten warnten zudem vor zu großen Schwankungen an den Devisenmärkten. In diesem Zusammenhang treffen die G-7-Teilnehmer am Samstag mit ihren Kollegen aus China zusammen. Die Volksrepublik gilt wegen der Dollar-Anbindung ihrer Währung und wegen ihres krisenanfälligen Finanzsystems als Risikofaktor für die Weltwirtschaft.