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Kyoto-Protokoll tritt in Kraft - was kommt danach?

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Kyoto-Protokoll tritt in Kraft - was kommt danach?

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Nach jahrelanger Verzögerung tritt an diesem Mittwoch das Kyoto-Protokoll zum Klimaschutz in Kraft. Von den 141 Staaten, die das Abkommen 1997 in Kyoto unterzeichneten, haben inzwischen weit mehr als die notwendigen 55 Länder, die für 55 Prozent der Treibhausgas-Emissionen der Industriestaaten verantwortlich sind, das Protokoll ratifiziert. Zum Unmut der Europäer bleiben die USA, die Hauptverursacher, jedoch weiterhin außen vor. In dem Protokoll verpflichten sich die Unterzeichner, bis 2012 den Ausstoß ihrer Treibhausgase um durchschnittlich 5,2 Prozent des Niveaus von 1990 zu senken – wobei der Prozentsatz für die einzelnen Staaten unterschiedlich ist, die EU will ihre Emissionen beispielsweise um acht Prozent reduzieren. Wer das Ziel bis 2012 nicht erreicht, hat allerdings keine finanziellen Strafen zu befürchten. Das Kyoto-Protokoll hat neben Kohlendioxid aus Industrie- und Autoabgasen das in der Landwirtschaft und auf Müllhalden verursachte Methangas im Visier, Lachgas aus dem Düngemitteleinsatz und Fluorkohlenwasserstoffe aus der Kühlmittelproduktion.

Klimaschützer wie EU-Politiker dringen nun darauf, dass auch der größte Umweltverschmutzer mit einsteigt – die USA: Präsident George W. Bush hatte die Unterschrift seines Vorgängers zurückgezogen und später einen eigenen Plan vorgelegt. Dessen Wirkung ist jedoch umstritten. Die USA monieren, dass Entwicklungsländern und aufsteigenden Wirtschaftsnationen wie China keine Beschränkungen auferlegt werden. Das Kyoto-Protokoll kann auch nur ein erster Schritt sein im Kampf gegen die Erderwärmung: Experten zufolge müssten bis 2050 die Emissionen um 50 Prozent gesenkt werden, damit die globale Temperatur nur um zwei Grad steigt. Grund für die EU-Kommission, über Strategien für die Zeit nach 2012 nachzudenken…