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Der Vatikan und seine Führung - wie geht es weiter?

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Der Vatikan und seine Führung - wie geht es weiter?

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Die Gesundheitsprobleme des betagten Papstes werfen nicht nur unter einer Milliarde Katholiken die Frage auf, wer die Führung der Kirche übernimmt. Die Macht im Vatikan liegt in den Händen des Kirchenvaters, und selbst nach dessen Tod darf kein Stellvertreter die Geschicke lenken, sondern ein gewählter Nachfolger. Rund 120 Kardinäle unter 80 Jahren müssen dazu aus der ganzen Welt in die sixtinische Kapelle nach Rom kommen. Noch kann die Bürokratie im Vatikan den Tagesbetrieb aufrecht erhalten, doch Entscheidungen treffen darf sie nicht. Und da Johannes Paul II, seit einigen Wochen kaum noch über eine Stimme verfügt, wird an dessen Rücktritt gedacht. Als ein möglicher, doch mit seinen 77 Jahren nicht sehr junger Nachfolfger gilt der konservative Kardinal Joseph Ratzinger. “Kardinal Ratzinger ist einer der wichtigsten Männer im Vatikan, ein gestrenger Wächter über den rechten Glauben,” erklärte der Vatikan-Experte Wilton Wynn. Und weiter: “Er wird sicherlich dafür sorgen, dass der Papst keinen Machtverlust erleidet. “Ein weiterer möglicher Kandidat ist Kadinal Angelo Sodano, ein Italiener und derzeit Außenminister des Vatikan. Ihm unterstehen weltweit sämtliche Kirchenvertretungen. Über ihn meinte der Exerte Wynn: “Sodano hat den Apparat jahrelang am Laufen gehalten und sich dabei große Achtung überall dort auf der Welt angeeignet, wo die Kirche präsent ist.” Letztlich ist es auch der medizinische Fortschritt, der den Vatikan vor Probleme stellt. Früher erkrankte und starb ein Papst und ein neuer wurde gewählt. Heute kann die Medizin sein Leben erhalten – doch nicht seine Handlungsfähigkeit. Und das letzte Mal dass ein Papst zurück trat liegt etwa 600 Jahre zurück.