Eilmeldung

Eilmeldung

Eine abgesagte Schulteroperation im Zentrum der politischen Debatte Großbritanniens

Sie lesen gerade:

Eine abgesagte Schulteroperation im Zentrum der politischen Debatte Großbritanniens

Schriftgrösse Aa Aa

Margaret Dixons Schulter sorgt zur Zeit im Vereinigten Königreich für helle Aufregung. Die 69-jährige aus dem nordenglischen Penketh war mehrfach auf eine in ihrem Alter nicht ungefährliche Schulteroperation vorbereitet worden. Weil man das für besondere Internsivebehandlung ausgestattete spezielle Krankenbett jedoch für andere Fälle dringender benötigte, wurde ihre Operation abgesagt – siebenmal, sagt Mrs. Dixon, dreimal ihr Krankenhaus.

Der konservative Oppositionsführer Michal Howard schlachtete den Fall medienwirksam aus. Schließlich erwartet man noch für das Frühjahr Unterhausneuwahlen und die Gesundheitspolitik wird ein wichtiges Wahlkampfthema sein. Howard besuchte Dixon und brachte ihren Fall im Unterhaus zur Sprache. Premierminister Tony Blair reagierte verärgert. Auf dem Parteitag der schottischen Labour-Partei in Dundee warf er Oppositionsführer Howard Heuchelei vor. “Erinnern Sie sich noch an den Nationalen Gesundheitsdienst, den wir übernommen haben, als 1997 Howard das Kabinett verließ? Ich erinnere daran, daß damals die Wartelisten um 400 000 % gestiegen waren”, rief Blair den Delegierten zu. Gesundheitsminister Dr. John Reid besuchte gestern das Karkenhaus in Warrington, das im Zentrum des Sturms steht. Einen Einladung von Mrs. Dixon lehnte er ab, die sei von den Tories präpariert worden, erklärte er und beschuldigte Oppositionsfüher Howard, den Fall falsch dargestellt zu haben. Howard revanchierte sich mit mit der Feststellung, Dr. Reid sage hinsichtlich der gesundheitspolitischen Pläne der Konservativen wissentlich die Unwahrheit. Maregt Dixon sagt seit Tagen, sie wolle endlich an der Schulter operiert werden. Vorwahlkampf in Großbritannien eben.