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Entführungsfall Sgrena: Beschuss durch US-Truppen sorgt für Spannungen zwischen Italien und den USA

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Entführungsfall Sgrena: Beschuss durch US-Truppen sorgt für Spannungen zwischen Italien und den USA

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Der Tod des Geheimdienstagenten Nicola Calipari hat in der italienischen Regierung Bestürzung hervorgerufen. Calipari hatte am Freitag eine maßgebliche Rolle bei der Befreiung der italienischen Journalistin Giuliana Sgrena aus den Händen irakischer Geiselnehmer gespielt. Als er Sgrena anschließend zum Flughafen brachte, wurde der Wagen von US-Truppen beschossen. Calipari, der sich schützend über Sgrena warf, wurde dabei getötet, ein zweiter Geheimdienstmitarbeiter wurde schwer verletzt.

Die Hintergründe des Vorfalls sind noch unklar. Aus dem Pentagon hieß es, der Wagen habe sich einer Straßensperre mit zu hoher Geschwindigkeit genähert und auf Warnschüsse nicht reagiert. Italiens Ministerpräsident Silvio Berlusconi zeigte sich am Freitag abend bestürzt. “Wir sind wie versteinert”, sagte er – es sei schlimm, dass dieser Tag der Freude über Giuliana Sgrenas Befreiung so schrecklich enden müsse: “Für einen so schwerwiegenden Vorfall muss jemand die Verantwortung übernehmen.” Bei einem Telefonat mit US-Präsident George W. Bush habe ihm dieser zugesagt, dass der Vorfall genau untersucht werde, sagte Berlusconi. Gleichzeitig sprach der italienische Ministerpräsident der Familie von Nicola Calipari sein Beileid aus.