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Syrien will morgen offiziell mit Abzug beginnen

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Syrien will morgen offiziell mit Abzug beginnen

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Die Präsidenten des Libanon und Syriens haben in Damaskus einen Zeitplan für einen Truppenabzug ausgearbeitet. Emile Lahoud und Bashar Al Assad einigten sich darauf, die syrischen Truppen im Libanon ab morgen in zwei Etappen abzuziehen. Die 14.000 syrischen Soldaten sollen zunächst bis Ende März in die Bekaa-Hochebene im Osten des Landes verlegt werden.

Bislang ist noch unklar, ob und bis wann Syrien seine Truppen und Geheimdienstmitarbeiter vollständig aus dem Nachbarland abzieht, wie von der internationalen Gemeinschaft gefordert. Damaskus betrachtet sich seit dem libanesischen Bürgerkrieg in den 70er und 80er Jahren als Schutzmacht im Nachbarland.

Nach Augenzeugenberichten sollen syrische Soldaten in den Bergen östlich der libanesischen Hauptstadt Beirut bereits mit dem Abzug begonnen haben. Angehörige dreier syrischer Truppenstützpunkte bauten ihre Gerätschaften ab und würden sie auf Militärlastwagen verladen, hieß es. Die Forderungen nach einem Abzug der syrischen Militärpräsenz im Libanon war nach der Ermordung des ehemaligen libanesischen Ministerpräsidenten Rafik Hariri laut geworden. Auch heute wieder demonstrierten zehntausende in Beirut für die Unabhängigkeit des Libanon von syrischem Einfluss. Deutschlands Bundeskanzler Gerhard Schröder und Frankreichs Staatspräsident Jacques Chirac forderten unterdessen bei einem Treffen im westfälischen Blomberg die syrische Regierung auf, ihre Truppen und Geheimdienste vollständig und schnell abzuziehen.