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Streik gefährdet Olympiabewerbung von Paris

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Streik gefährdet Olympiabewerbung von Paris

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Ein landesweiter Streik hat in Frankreich zu schweren Behinderungen im öffentlichen Leben geführt und ein Verkehrschaos ausgelöst. Die meisten Nahverkehrszüge und Busse fielen aus, auch im Fernverkehr auf der Schiene kam es zu zahlreichen Verspätungen. So fuhr in Paris nur jede vierte Metro. Auch zahlreiche Flüge fielen aus.

Die Gewerkschaften wollen mit der Arbeitsniederlegung gegen den schleichenden Kaufkraftverlust in weiten Teilen der Bevölkerung, gegen Stellenabbau und die Aushöhlung der gesetzlich festgeschriebenen 35-Stunden-Woche protestieren. Mitarbeiter der Staatsbahn SNCF und der Flughäfen wandten sich gegen die Privatisierungspläne der französischen Regierung und Lehrer gegen die Schulreform. Wissenschaftler unterstrichen mit dem Streik ihre Forderung nach höheren Forschungsausgaben. Der dritte Streik seit Jahresbeginn stößt bei vielen Franzosen inzwischen auf Unverständnis. Denn neben allen Behinderungen kommt er pünktlich zum Besuch einer Delegation des Olympischen Komitees in Paris, die über die Kandidatur der Stadt für die Spiele 2012 entscheidet. “Das ist eine tolle Idee, der ganzen Welt zu zeigen, wie schlecht Frankreich arbeitet”, schimpfte eine Passantin. Sie hoffe, dass Frankreich die Olympischen Spiele nicht erhält, denn das Land sei ein einziger Schlamassel. Die Proteste setzen die Regierung von Premierminister Jean-Pierre Raffarin auch auf anderem Gebiete unter Druck. Denn am 26. Mai soll das Referendum zur Europäischen Verfassung abgehalten werden. Und Streiks könnten mehr Menschen zum Boykott der Abstimmung veranlassen und damit die knappe Mehrheit für die Verfassung kippen.