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Kroatien friert Vermögenswerte des gesuchten Generals Ante Gotovina ein

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Kroatien friert Vermögenswerte des gesuchten Generals Ante Gotovina ein

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Die EU wird laut luxemburgischen Ratsvorsitz den für Donnerstag geplanten Start der Beitrittsverhandlungen mit Kroatien verschieben, sollten die Kroaten bis dahin nicht den gesuchten General Ante Gotovina an das Internationale Kriegsverbrechertribunal überstellen. Die kroatische Oberstaatsanwaltschaft hatte in letzter Minute Gotovinas Vermögen gesperrt. Dies sei ein wichtiger Schritt, hieß es darauf aus EU-Kreisen, aber noch nicht ausreichend. Die Chefanklägerin des Den Haager Tribunals hatte der kroatischen Regierung mangelnde Kooperationsbereitschaft bei der Suche nach Gotovina vorgeworfen. Er ist wegen Mordes und Vertreibung von Serben zum Ende des Krieges 1995 angeklagt und seit 2001 untergetaucht. Bislang hatte die Regierung bestritten, mehr über seinen Verbleib zu wissen. Für die EU ist die vollständige Zusammenarbeit mit dem Internationalen Tribunal Bedingung für die Aufnahme von Beitrittsverhandlungen. Die Mehrheit der Kroaten dagegen lehnt laut Umfrage eine Überstellung ab.

“ER muss sich entscheiden, ob er sich stellt”, meint ein Passant. “Man hat keinen Druck auf ihn zu machen, damit er sich stellt. Er hat nichts anderes getan, als sich zu verteidigen. Und die, die ihm damals geholfen haben, sind nun diejenigen, die Druck machen: Die Engländer und die Amerikaner.” “Wenn das die Bedingung ist, dass Kroatien der EU beitreten kann, dann muss er sich stellen”, meint dagegen eine andere Passantin, “er muss das im Interesse unseres ganzen Landes akzeptieren.” Kroatiens Regierung schlägt vor, dass die EU Verhandlungen beginnt und derweilaus nächster Nähe überwacht, was die Kroaten im Fall Gotovina unternehmen. Doch nach allen Anzeichen werden die EU-Außenminister ihnen an diesem Mittwoch eine Absage erteilen.