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EU startet Aktionsplattform für gesündere Ernährung und körperliche Bewegung

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EU startet Aktionsplattform für gesündere Ernährung und körperliche Bewegung

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Zu viel, zu fett, zu süß: Europas Kinder ernähren sich immer ungesünder – und das Ergebnis bekommen sie auf der Waage präsentiert: Mehr als 14 Millionen Kinder in der EU sind übergewichtig oder schlicht fett. Den überflüssigen Pfunden will die Europäische Kommission nun gezielt zu Leibe rücken. Alarmiert von der zunehmenden Zahl dicker Kinder um mehr als 30 Prozent in den Mittelmeerstaaten, die einst so für ihre mediterrane gesunde Kost gepriesen wurden, und um zehn bis zwanzig Prozent in Ländern wie Deutschland oder der Schweiz, will sie die Verbraucher vom Fast- und Junkfood wegbringen – und so auch die Kosten im Gesundheitswesen drücken, denn Übergewicht verursacht bis zu acht Prozent der Ausgaben in diesem Sektor. Nicht nur Verbraucher sind an der neuen EU-Aktionsplattform für Ernährung und körperliche Bewegung beteiligt: Hersteller, Werbetreibende, Politiker und Verbraucherschutz- und Gesundheitsorganisationen hat EU-Gesundheitskommissar Markos Kyprianou mit an den Tisch gebeten. Er hofft auf Verhaltensänderungen auch bei der Lebensmittelindustrie und deren Marketing-Profis. Auf lokaler und nationaler Ebene sollen mit der Plattform Programme gefördert werden, die die Kinder über vernünftige Essgewohnheiten aufklären und sie wieder an alt hergebrachte Kost wie Obst und Gemüse heranzuführen versuchen. Zudem soll die Aktionsplattform Initiativen unterstützen, dank derer sich Kinder und Jugendliche wieder mehr bewegen – und Erwachsene ebenso.

All das vorerst auf freiwilliger Basis – wobei der Kommissar bald Resultate sehen will. Sollten zum Beispiel Lebensmittelindustrie oder Werbebranche nicht mitziehen, hat er auch schon drastischere Maßnahmen im Auge, wie neue Vorschriften zur Zusammensetzung von speziell auf Kinder ausgerichteten Lebensmitteln.