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Aufmarsch von Nazi-Veteranen in Riga

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Aufmarsch von Nazi-Veteranen in Riga

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Ein Aufmarsch von Nazi-Veteranen hat in Lettland die Debatte über die Beteiligung von Politikern an den russischen Feierlichkeiten zum Jahrestag des Sieges über Hitler-Deutschland angeheizt. Etwa einhundert ehemalige Angehörige der Waffen-SS erinnerten in der Hauptstadt Riga an ihren Kampf gegen die Rote Armee und die Besetzung ihrer Heimat durch die Sowjetunion des kommunistischen Diktators Stalin.

Mehr als 100 000 Letten trugen während des Zweiten Weltkriegs die Uniform der Waffen-SS. Nach der Teilung Europas durch den 1939 zwischen der Sowjetunion und dem Deutschen Reich geschlossenen Molotow-Ribbentrop-Pakt wurden die baltischen Staaten durch die Rote Armee besetzt. Lettland, Litauen und Estland erklärten 1991 ihre Unabhängigkeit und sind seit vergangenem Jahr Mitglieder der Europäischen Union. Die leidvolle Geschichte sorgt bis heute für Zündstoff.

So will sich nur die lettische Präsidentin Vaira Vike-Freiberga an den Feierlichkeiten zum 60. Jahrestag der Kapitulation Hitler-Deutschlands in Moskau beteiligen. Die Präsidenten Estlands und Litauens hingegen haben der russischen Regierung eine Absage erteilt. Am Rande der Demonstration in Riga kam es auch zu Rangeleien mit Gegnern der Nazi-Veteranen.