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Italien zieht im September erste Truppen aus dem Irak ab

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Italien zieht im September erste Truppen aus dem Irak ab

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Das kündigte Ministerpräsident Silvio Berlusconi in Rom an. Der Regierungschef legte sich jedoch nicht fest, wie viele Soldaten das Land verlassen werden. Dies hänge davon ab, inwiefern die irakische Regierung selbst die Sicherheit im Land gewährleisten könne.

Gleichzeitig räumte er jedoch ein, mit dem britischen Premierminister Tony Blair über einen kompletten Abzug gesprochen zu haben. Berlusconi begründete seine Entscheidung mit den Worten: “Die italienische Bevölkerung will es so.” Sie sei aber im Einvernehmen mit den Alliierten gefällt worden, unterstrich er. Unmittelbar vor der Ankündigung war ein italienischer Soldat bei einer Gefechtsübung im Irak ums Leben gekommen. Im Weißen Haus wollte man jedoch keinen Zusammenhang zwischen beiden Ereignissen erkennen: “Sehen sie wirklich keinen Zusammenhang?”, fragt ein Journalist auf einer Pressekonferenz nach. “Ich habe dazu nichts von offizieller italienischer Seite gehört”, antwortet der Sprecher knapp. Doch Berlusconi geriet im eigenen Land zunehmend unter Druck. 21 Soldaten und fünf Zivilisten sind bereits im Irak ums Leben gekommen. Hinzu kommt der Tod des italienischen Geheimdienstagenten, der bei der Freilassung der Journalistin Guiliana Sgrena erschossen wurde. Obwohl die Bevölkerung von Anfang an gegen einen Einsatz im Irak war, stellt Italien dort mit 3000 Soldaten das drittgrößte Kontingent.