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Voraussichtlich zunächst keine EU-Beitrittsgespräche mit Kroatien

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Voraussichtlich zunächst keine EU-Beitrittsgespräche mit Kroatien

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Die Europäische Union wird voraussichtlich zunächst keine Beitrittsgespräche mit Kroatien aufnehmen. Aus diplomatischen Kreisen in Brüssel verlautete, fraglich sei lediglich, ob die Außenminister der EU an diesem Mittwoch einen neuen Zeitpunkt dafür festlegen würden. Kroatiens Ministerpräsident Ivo Sanader betonte in Brüssel, Kroatien habe alle Beitrittskriterien erfüllt und arbeite mit dem UN-Kriegsverbrechertribunal in Den Haag zusammen – auch im Hinblick auf die Auslieferung des mutmaßlichen Kriegsverbrechers Ante Gotovina.

Michael Emerson vom Europäischen Institut für Politische Studien sagte, er habe keinerlei Informationen darüber, ob die Kroaten Gotovina schützten, oder ob dieser sich möglicherweise in Frankreich aufhalte. Schließlich besitze er einen französischen Pass, habe in der Fremdenlegion gedient, und darüber auch Beziehungen zu Südamerika aufgebaut. Die Chefanklägerin des UN-Kriegsverbrechertribunals in Den Haag, Carla Del Ponte, wirft Kroatien vor, den einstigen General Gotovina zu schützen. Die Regierung in Zagreb versichert hingegen, er halte sich nicht im Land auf.