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Bei massiven Zusammenstößen in Kirgisien sind mindestens 10 Menschen getötet worden

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Bei massiven Zusammenstößen in Kirgisien sind mindestens 10 Menschen getötet worden

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Die Opposition forderte daraufhin das Parlament auf, den Ausnahmezustand zu verhängen. Zu den Ausschreitungen kam es, nachdem die Behörden an diesem Sonntag in der südkirgisischen Stadt Dschalal-abad ein besetztes Regierungsgebäude geräumt hatten. Mehr als 500 Demonstranten stürmten daraufhin mit Stöcken, Steinen und Molotowcocktails bewaffnet das Polizeihauptquartier, ein Teil davon brannte nieder. Die Polizei setzte Platzpatronen und Rauchbomben ein, bekam die Situation aber nicht unter Kontrolle.

Insgesamt demonstrierten in Dschalal-bad bis zu 15 000 Menschen. Auch in der ebenfalls südlich gelegenen Stadt Osh kam es zu Zusammenstößen. Dabei wurden mindestens 200 Personen festgenommen. Auf beiden Seiten gab es Verletzte. Die Aufständischen werfen dem gerade gewählten Parlament und Präsident Akajew massive Wahlfälschung vor. Die Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa hatte diese Vermutung zwar bestätigt, rief jetzt aber beide Seiten zum Dialog auf. Bei den Parlamentswahlen haben regierungstreue Abgeordnete nach offiziellen Angaben eine deutliche Mehrheit gewonnen, darunter sind auch die beiden Kinder Akajews. Kritiker gehen davon aus, dass sich der Präsident so seine Nachfolge sichern will. Im Oktober wird in Kirgisien ein neuer Präsident gewählt.