Eilmeldung

Eilmeldung

Jules Verne zum 100. Todestag

Sie lesen gerade:

Jules Verne zum 100. Todestag

Schriftgrösse Aa Aa

Vor hundert Jahren starb am 23. März ein Visionär. Jules Verne, der erste Schriftsteller, der phantastische Geschichten um konkrete technische Erfindungen ranken ließ. Bei der 1873 geschriebenen “Reise um die Erde in 80 Tagen” etwa hielt er sich streng an damals existierende Fahrpläne und für all die Geschichten um Kapitän Nemo soll er sich die Anregungen auf der Pariser Weltausstellung geholt haben.

Gegenwärtig zeigt eine Ausstellung in Paris die technischen Neuheiten, mit denen sich Jules Verne beschäftigt hat.“Er nahm in seinem Werk Bezug auf alle großen Erfindungens seiner Epoche. Diesen faszinierten und zugleich misstrauischen Blick Jules Vernes auf die Moderne wollten wir hier widerspiegeln”, sagt der Ausstellungskommissar und fügt an: “Der Dichter setzte sich in seinen Romanen durchaus ironisch und kritisch mit dem Fortschritt auseinander.” Er hat Wissenschaft und Technik seiner Zeit gründlich studiert und dann mögliche Entwicklungen weitergedacht. Anders als viele Science Fiction-Autoren des 20. Jahrhunderts hat Jules Verne nicht einfach Geschichten erfunden. Er hat vielmehr mit dem Fabuliertalent des großen Erzählers das Wissen seiner Zeit weitervermittelt. Schriftsteller und Entdecker zu werden, statt Anwalt, wie vom Vater gefordert -das verlangte dem jungen Mann einiges Durchsetzungsvermögen ab. Die Bewunderung der vielen Leser auch noch hundert Jahre nach seinem Tod gibt ihm recht. “ Sie haben mein Leben verändert”, steht in dem Brief, den ihm kürzlich ein Fan aufs Grab legte.