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ABN Amro legt Übernahmeangebot für italienische Antonveneta vor

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ABN Amro legt Übernahmeangebot für italienische Antonveneta vor

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Die niederländische Großbank ABN Amro hat ihre Expansionspläne in Italien konkretisiert. Für 6,3 Milliarden Euro will sie die Banca Antonveneta vollständig übernehmen. Die Niederländer halten bereits 13 Prozent an Italiens neuntgrößtem Kreditinstitut. Damit fordert zum zweiten Mal binnen zwei Tagen ein ausländisches Geldhaus die besonders strikten Beschränkungen für nicht-italienische Banken heraus. Erst am Dienstag hatte die spanische BBVA ein Übernahmeangebot für die Banca Nazionale del Lavoro vorgelegt.

Der italienische Finanzsektor gilt für die übrige Branche in Europa als Paradies. Beispiel Sparquote: Nirgendwo sonst legen die Bürger so viel auf die hohe Kante – nämlich 11,3 Prozent des verfügbaren Einkommens. Knapp die Hälfte davon sparen die Japaner, während die Amerikaner praktisch nichts vom Sparen halten (0,8 Prozent). Die Banken in Italien können also an ihren Kunden kräftig verdienen. Hinzu kommt, dass die Kreditinstitute deutlich mehr an Gebühren kassieren als im Rest der EU. Zentralbankchef Antonio Fazio will den Bankensektor in italienischen Händen lassen, riskiert dabei allerdings einen Konflikt mit der EU-Kommission. In Italien dürfen ausländische Banken nicht mehr als 18 Prozent am Kapital ihrer dortigen Branchenkollegen halten. Diese Regelung stellen ABN Amro und die spanische BBVA nun auf die Probe. Beide sind optimistisch, am Ende im Recht zu sein.