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Paul Wolfowitz - ein "Falke" an der Spitze der Weltbank?

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Paul Wolfowitz - ein "Falke" an der Spitze der Weltbank?

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Es herrscht gespannte Ruhe im Gebäude der Weltbank im Zentrum von Washington. Die Mitarbeiter fragen sich, was aus den vom scheidenden Chef James Wolfensohn begonnenen Reformen wird. Der hatte die Abkehr von der reinen Marktlehre betrieben, mehr auf Armuts- als auf Inflationsbekämpfung gesetzt. Der Kandidat für die Nachfolge, Paul Wolfowitz nennt es eine “aufregenden Verantwortung, eine Herausforderung”, jener mehr als eine Milliarde Menschen eine faire Chance im Leben zu geben, die heute von weniger als einem Dollar pro Tag leben müssen. Als Voraussetzung für den Führungsposten bei der Welt-Bank gilt welt-weite Erfahrung. Der promovierte Mathematiker und Politologe Wolfowitz war in den 80er Jahren US-Botschafter in Indonesien.

Paul Wolfowitz ist Sohn eines polnischen Juden, der 1920, als die Armee der Bolschewiki vor Warschau stand, nach Amerika flüchtete. Mehrere Mitglieder seiner Familie haben den Holocaust nicht überlebt. Manche Beobachter vergleichen ihn mit dem “Veloceraptor”, einem Dinosaurier, bei sich Intelligenz mit Jagdinstinkt paart. Andere verweisen auf seine Familiengeschichte, die ihn dazu gebracht habe, der möglichen Bedrohung durch Diktatoren durch “Präventivschläge” zu begegnen. Er gilt als “Vater des Irak-Krieges”, wird den “Neokonservativen” zugerechnet, die ihre demokratischen Werte notfalls auch mit Gewalt durchzusetzen bereit sind. Die anhaltende US-Militärpräsenz im Irak verteidigt er mit dem Hinweis auf mehrere tausend Iraker, die an Verbrechen beteiligt waren und nun versuchen, Amerikaner zu töten, um die alte Ordnung wieder herzustellen. Wenn Entwicklungsländer einen Kredit von der Weltbank haben wollen, müssen sie sich deren Bedingungen beugen. Und die kann nun ein enger Vertrauter des US-Präsidenten ganz wesentlich mitbestimmen.