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Serbien nimmt erste Hürde auf dem Weg Richtung EU

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Serbien nimmt erste Hürde auf dem Weg Richtung EU

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Für Belgrad zahlt sich die schrittweise Zusammenarbeit mit dem Internationalen Kriegsverbrechertribunal in Den Haag aus: Die Europäische Kommission hat den EU-Mitgliedern empfohlen, mit Serbien-Montenegro Verhandlungen über ein Stabilisierungs- und Assoziierungabkommen aufzunehmen.

Dies wäre der erste Schritt in Richtung Beitritt, auch wenn dazwischen Jahrzehnte liegen können, wie im Fall der Türkei. Erweiterungskommissar Olli Rehn lobte die Entwicklung des Balkanstaats seit dem Sturz von Slobodan Milosevic: Er sei froh über die bedeutsamen Fortschritte, die Serbien und Montenegro bei der Zusammenarbeit mit dem Tribunal gemacht hätten. In diesem Jahr sei ein Dutzend Angeklagter ins Flugzeug nach Den Haag gestiegen. Doch die beiden Meistgesuchten, die Serbenführer Radovan Karadzic und Ratko Mladic, haben sich noch nicht gestellt. Sie sind wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit im Bosnien-Krieg angeklagt. Solange sie nicht überstellt sind, wird die EU nicht von kompromissloser Zusammenarbeit sprechen – und solange werden auch die Serben und die Montenegriner auf den Beginn von Beitrittsverhandlungen vergeblich warten – ähnlich wie die Kroaten, deren Starttermin aus dem gleichen Grund jüngst sogar verschoben wurde.