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Berlusconi gibt Kontrolle an Fernsehgruppe Mediaset auf

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Berlusconi gibt Kontrolle an Fernsehgruppe Mediaset auf

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Der private italienische Medienkonzern Mediaset wird nicht länger von Ministerpräsident Silvio Berlusconi kontrolliert. Wie die Familienholding Berlusconis Fininvest mitteilte, verkauft sie 17 Prozent an Mediaset. Dadurch sinkt ihr Anteil von 51 auf 34 Prozent.

Die knapp 200 Millionen Aktien sollen institutionellen Investoren aus dem In- und Ausland angeboten werden. Der Wert des Pakets wird auf mehr als zwei Milliarden Euro geschätzt. Damit reagierte Berlusconi auf die jüngste Schlappe bei Regionalwahlen und den Vorwurf, er befinde sich in einem Interessenkonflikt. Denn als Regierungschef war er bislang auch Herr über die größten privaten Sender des Landes. Die Opposition sah in dem Verkauf einen rein politischen Schachzug. Berlusconi habe Angst, die Parlamentswahlen 2006 zu verlieren, sagte der frühere Finanzminister Vincenzo Visco. Außerdem fürchte der Regierungschef den Wertverlust der Aktien. An der Mailänder Börse hieß es, der Verkauf der Mediaset-Anteile sei keine Überraschung. Dennoch gab der Aktienkurs des Unternehmens um mehr als zweieinhalb Prozent nach. Fininvest verpflichtete sich, in den kommenden sechs Monaten keine weiteren Mediaset-Papiere abzustoßen.