Eilmeldung

Eilmeldung

Papstwahl hat begonnen

Sie lesen gerade:

Papstwahl hat begonnen

Schriftgrösse Aa Aa

In Rom hat die bisher größte Wahl der Kirchengeschichte begonnen. 115 Kardinäle aus 52 Ländern zogen in die Sixtinischen Kapelle ein. Dort werden sie im Konklave – streng abgeschirmt von der Außenwelt – den Nachfolger des am 2. April verstorbenen Papstes wählen. Das Erbe von Johannes Paul II. wirkt bis in dieses Konklave hinein. Die jetzt gültige Wahlordnung hat er 1996 aufgestellt.

Danach gilt bei den ersten Wahlgängen eine Zwei-Drittel-Mehrheit. Es werden also 77 Stimmen für die Wahl des neuen Pontifex gebraucht. Erst wenn nach etwa 30 Wahlgängen kein Ergebnis erzielt wurde, können die Kardinäle ihre Wahlordnung ändern: sie können sich dann zwischen einfacher Mehrheit und Stichwahl zwischen den beiden meistgenannten Kandidaten entscheiden. Zum Auftakt des Wahlvorganges gehörte auch die Eidesformel – vorgesprochen von Kardinaldekan Joseph Ratzinger, der auch die Wahl leitet. Die Kardinäle schworen Geheimhaltung und vor allem, sich bei ihrer Entscheidung von keinerlei weltlicher Macht beeinflussen zu lassen. Sowohl die Sixtinische Kapelle – der eigentliche Wahlort – als auch das Gästehaus Santa Marta, in dem die Kardinäle untergebracht sind, war zuvor gründlich nach Wanzen abgesucht worden. Nach dem Ruf des päpstlichen Zeremonienmeisters “extra homines” (alle raus)mussten auch die Kameras die Sixtinische Kapelle verlassen. Weitere Informationen aus dem Konklave erhält die Außenwelt traditionsgemäß per Rauchzeichen. Geplant sind täglich vier Wahlgänge, je zwei am Vormittag und am Nachmittag. Führen sie zu keinem Ergebnis, soll jeweils um 12 Uhr mittags und um 19 Uhr am Abend der schwarze Rauch aufsteigen. Johannes Paul II. war im Oktober 1978 am 3. Tag im insgesamt 8. Wahlgang zum Kirchenoberhaupt erhoben worden.