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Frankreichs Regierung verschickt EU-Verfassung per Post an die Wähler

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Frankreichs Regierung verschickt EU-Verfassung per Post an die Wähler

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Mit bangem Blick auf das zu erwartende Scheitern der EU-Verfassung beim Referendum in Frankreich schickt die Regierung nun den Vertrag mit der Post an jeden einzelnen Wahlberechtigten. 125 Millionen Euro lässt sich der Staat – und damit der Steuerzahler – die Aktion kosten.

Eine immense logistische Operation, wie der zuständige Generalsekretär beim Innenministerium erklärt: An 42 Millionen Bürger werde nun persönlich ein 243 Gramm schweres Päckchen geschickt, und das bis spätestens zum 14. Mai, damit die Wähler auch genügend Zeit hätten, das Werk zu studieren und in voller Kenntnis ihre Stimme abzugeben. Die Regierung reagiert damit auf die Klagen vieler Franzosen, dass sie keine Ahnung von der Verfassung haben oder sie nicht verstehen. Der jüngsten Umfrage zufolge wollen weiterhin 52 Prozent am 29. Mai gegen den Vertrag stimmen und nur 48 dafür, 30 Prozent darunter sagen, dass sie ihre Meinung noch ändern könnten. Egal, ob die Verfassung scheitert oder nicht: Gewinner sind auf jeden Fall die französischen Verleger, die mit dem Thema einen neuen lukrativen Markt erschlossen haben.