Eilmeldung

Eilmeldung

Jahrestag der EU-Erweiterung: Kommission zieht positive Bilanz

Sie lesen gerade:

Jahrestag der EU-Erweiterung: Kommission zieht positive Bilanz

Schriftgrösse Aa Aa

Anlässlich des ersten Jahrestags der größten Erweiterungsrunde in der Geschichte der EU haben die Vertreter der Union eine weitgehend positive Bilanz gezogen. Die Volkswirtschaften jener zehn Länder, die am 1. Mai 2004 beitraten, wachsen seither stetig – allein in Lettland wuchs das Bruttoinlandsprodukt um 8,5 Prozent. Unternehmen aus den 15 alten Mitgliedstaaten investierten im vergangenen Jahr fast 14 Milliarden Euro in den neuen Ländern. Die erwarteten Fluten von billigen Waren und Dienstleistungen blieben weitgehend aus.

EU-Kommissionspräsident Jose Manuel Barroso bezeichnete den 1. Mai des Vorjahres als “historischen Moment”. Der Beitritt der zehn neuen Mitgliedstaaten habe nicht nur das Erreichen eines politischen Ziels markiert, sagte Barroso, er habe auch die Entschlossenheit der Menschen ausgedrückt, ihren Traum von einer besseren Welt zu realisieren: “Das zeigt uns, dass große Veränderungen in kurzer Zeit geschehen können – etwa eine Marktwirtschaft aufzubauen, rechtsstaatliche Prinzipien zu stärken, demokratische Institutionen gemäß den europäischen Standards zu installieren, gemeinschaftliche Regeln umzusetzen und vor allem sich als Europäer zu fühlen.” Noch haben die neuen Länder den Euro nicht eingeführt. Estland, Litauen und Slowenien allerdings sind bereits im Europäischen Wechselkursmechanismus. Dieser gilt als Wartezimmer vor einem Beitritt zur Euro-Zone – neue Länder müssen ihm mindestens zwei Jahre lang angehören, bevor sie den Euro einführen können. Spekulationen, wonach Lettland, Zypern und Malta ebenfalls bald im Wechselkursmechanismus zugelassen werden, ließ die EU-Kommission bislang unkommentiert – es handle sich um sensible Informationen, sagte eine Sprecherin. Rechtzeitig zum Jahrestag der Erweiterung kommt auch eine für die EU erfreuliche Nachricht aus Frankreich: Dort scheinen die Befürworter der EU-Verfassung wieder stärker zu werden. Neuesten Umfragen zufolge sind nur mehr 52 Prozent der Franzosen gegen das Vertragswerk. In früheren Erhebungen lag die Zahl der Verfassungsgegner bei bis zu 55 Prozent.