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Vietnam feiert 30. Jahrestag des Kriegsendes

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Vietnam feiert 30. Jahrestag des Kriegsendes

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Mit einer farbenfrohen Massenparade in Ho-Chi-Minh-Stadt, dem ehemaligen Saigon, hat Vietnam den Jahrestag des Kriegsendes vor 30 Jahren gefeiert. Damit erinnert das Land an den 30. April 1975, als die kommunistischen Truppen einmarschierten und den endgültigen Sieg des Nordens über den von den USA unterstützten Süden markierten. Bei der Parade war auch der vietnamesische Ministerpräsident Phan Van Khai zugegen.

Für manche Vietnamesen ist die Zeit des Krieges noch immer gegenwärtig. “Ich bin sehr bewegt”, sagt ein 56-jähriger Kriegsveteran. “Während des Krieges hätten wir uns so etwas nicht vorstellen können. Wir sind sehr stolz auf diese Feierlichkeiten.” Eine ehemalige Lehrerin erinnert sich noch genau an das Ende des Krieges: “Jemand rief, dass die Stadt befreit sei. Wir ließen alles stehen und liegen und rannten auf die Straße. Wir versuchten, die Gesichter der Soldaten zu sehen, wir wollten sie sogar mit unseren Händen berühren.” Rund drei Millionen Vietnamesen kamen in dem mehr als zehn Jahre dauernden Krieg ums Leben, außerdem fast 60.000 US-Soldaten. Die meisten Einwohner des Landes haben freilich keine eigene Erinnerung an diese Zeit: Zwei Drittel der rund 80 Millionen Einwohner des Landes wurden erst nach Kriegsende geboren. Heute gilt Vietnam als wirtschaftliches Boomland. Die Asiatische Entwicklungsbank erwartet über die nächsten drei Jahre ein jährliches Wirtschaftswachstum von etwa 7,5 Prozent. Trotzdem zählt das Land derzeit noch zu den ärmsten Regionen der Welt – fast ein Viertel der Bevölkerung verdient weniger als einen Dollar pro Tag.