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Affäre Calipari sorgt in Italien für Empörung

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Affäre Calipari sorgt in Italien für Empörung

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Die italienisch-amerikanischen Feierlichkeiten zum sechzigsten Jahrestag des Kriegsendes werden von dem bislang ungeklärten Tod des italienischen Geheimdienstmitarbeiters Nicola Calipari überschattet. Auf eine einvernehmliche Erklärung hatten sich Washington und Rom auch nach einer gemeinsamen Untersuchung nicht einigen können. Nach US-Erkenntnissen handelt es sich um einen tragischen Vorfall. Calipari hatte Anfang März die kurz zuvor freigelassene italienische Geisel Giuliana Sgrena zum Flughafen in Bagdad bringen wollen und war dabei von US-Soldaten erschossen worden. Das Parlament werde seine eigenen Schlussfolgerungen aus dem von der Regierung in Rom angekündigten Bericht ziehen, so Parlamentspräsident Pierferdinand Casini anlässlich einer Gedenkfeier in der Nähe von Rom. Für Empörung bei den italienischen Medien sorgt unter anderem die Behauptung amerikanischer Ermittler, das Auto mit Calipari, Sgrena und einem weiteren Geheimdienstler sei zu rasch gefahren. Dies sei die Ursache für den Beschuss gewesen. Das Fahrzeug war in der vergangenen Woche zur Untersuchung nach Italien gebracht worden. Auch das Entführungsopfer Sgrena hatte der amerikanischen Darstellung widersprochen. Die Affäre droht sich zu einer diplomatischen Krise auszuweiten. Ministerpräsident Silvio Berlusconi will sie nun persönlich mit US-Präsident George W. Bush besprechen.