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EU-Japan-Treffen: Uneinigkeit über China-Waffenembargo und Fusionsreaktor ITER

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EU-Japan-Treffen: Uneinigkeit über China-Waffenembargo und Fusionsreaktor ITER

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Die EU und Japan sind weiterhin uneinig bei der Frage einer eventuellen Aufhebung des Waffenembargos gegen China. Dies sagten Japans Ministerpräsident Junichiro Koizumi und der EU-Ratsvorsitzende Jean-Claude Juncker nach einem Treffen in Luxemburg.

Innerhalb der EU wird über eine Aufhebung des seit 1989 geltenden Waffenembargos gegen China diskutiert – die Regierung Koizumis lehnt dies entschieden ab, genauso wie die Vereinigten Staaten. Das chinesisch-japanische Verhältnis ist seit Jahrzehnten angespannt. Japan will das Embargo gegen das Reich der Mitte aufrecht erhalten – aus Gründen der regionalen Sicherheit, wie es aus Tokio heißt. Zwischen Japan und der EU sorgt zudem noch ein weiterer Punkt für Streit. Obwohl beide Seiten Partner bei der Entwicklung des internationalen Fusionsreaktors ITER sind, herrscht Uneinigkeit über den Standort des Projektes. Die EU favorisiert das sudfranzösische Cadarache nahe Aix-en-Provence. Unterstützt wird Brüssel hierbei von seinen ITER-Partnern China und Russland. Japan möchte den Reaktor auf seinem Staatsgebiet in Rokashumura bauen – und erhält dafür Zustimmung von den USA und Südkorea, die ebenfalls an der Entwicklung von ITER beteiligt sind. Mit dem Reaktor soll versucht werden, die Kernfusion der Sonne nachzubilden. Das Projekt könnte um das Jahr 2050 herum zum Bau eines kommerziellen Fusionsreaktors führen. Trotz aller Meinungsverschiedenheiten betonten die EU und Japan bei dem Luxemburger Treffen dennoch Erfolge bei der wirtschaftlichen Zusammenarbeit.