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Thema Irak beherrscht britischen Wahlkampf - Labour in Umfragen weiter vorn

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Thema Irak beherrscht britischen Wahlkampf - Labour in Umfragen weiter vorn

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Das Thema Irak beherrscht weiter den Wahlkampf in Großbritannien. Auf die jüngsten Vorwürfe, die Regierung sei schon lange vor dem Irak-Krieg fest entschlossen gewesen, Saddam Hussein zu stürzen, reagierte Premierminister Tony Blair gelassen. Es sei völlig legitim, dass man mit schon zuvor über eine mögliche Militäraktion gesprochen habe. Dass dies nun wieder hervorgeholt werde, sei Wahlkampfgeplänkel der Gegner: “In wenigen Tagen muss das Land eine große Entscheidung treffen. Ich weiß, dass wenn die Liberalen und Konservativen heute wieder mit der Vergangenheit im Irak anfangen, dann tun sie das, weil sie über die Zukunft unseres Landes nichts zu sagen haben, über Wirtschaft, Gesundheitswesen und Bildung.”

Die “Sunday Times” hatte ein internes Papier des Außenministeriums veröffentlicht. Dieses lässt darauf schließen, dass Blair bereits im Juli 2002 über einen Sturz Saddams nachdachte. Wasser auf die Mühlen von Tory-Chef Michael Howard, der Blair wegen des Irak-Kriegs immer wieder als Lügner bezeichnet hatte: “Ich glaube an eine Regierung, die den Menschen die Wahrheit sagt”, so Howard, “die ankündigt, was sie tut und dann ihre Versprechen hält. Auf mich sollen sich die Menschen verlassen können. Ich werde ihnen sagen, was wir in der ersten Woche, im ersten Monat vorhaben, damit sie es sich in ihrem Kalender notieren können.”

Dem Premierminister geschadet hat der neue Zündstoff im Wahlkampfendspurt offenbar nicht: Jüngste Umfragen zeigen, dass der Vorsprung von Labour vor den Konservativen weiter wächst.