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Großbritannien: Hinterbliebene von Irak-Soldaten fordern Untersuchung

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Großbritannien: Hinterbliebene von Irak-Soldaten fordern Untersuchung

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Einen Tag vor der Unterhauswahl in Großbritannien weisen die Umfragen auf einen erneuten Sieg der regierenden Labour Party unter Premierminister Tony Blair hin. Das Thema Irak-Krieg dürfte dem 51jährigen allerdings weiterhin beschäftigen.

Angehörige von im Irak getöteten britischen Soldaten haben der Regierung eine zweiwöchige Frist gesetzt, um eine öffentliche Untersuchung über die Rechtmäßigkeit des Krieges zu erzwingen. Die Familien hatten sich entschlossen rechtliche Schritte einzuleiten, nachdem vergangene Woche der oberste Rechtsberater der Regierung, Lord Goldsmith, in einem Bericht Zweifel an der Zulässigkeit des Krieges geäußert hatte. Mehr als die Hälfte der Briten glaubt, Blair habe in diesem Zusammenhang über die Voraussetzungen des Krieges gegen Saddam Hussein gelogen. Der Vertrauensverlust hat dem konservativen Oppositionsführer Michael Howard beim Stimmenfang offenbar nichts genutzt. Dass er Blair im Wahlkampf als Lügner bezeichnete, wurde von zahlreichen Kommentatoren eher als Eigentor bewertet. Die Liberaldemokraten hatten sich frühzeitig gegen die britische Beteiligung im Irak gestellt und dies auch erfolgreich zum zentralen Wahlkampfthema gemacht.