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Europa-Parlament befasst sich mit EU-Arbeitszeit-Richtlinie

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Europa-Parlament befasst sich mit EU-Arbeitszeit-Richtlinie

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48-Stunden-Woche oder mehr? Über die europaweit einheitliche Begrenzung der Arbeitszeit und individuelle Ausnahmeregelungen dürfte es in den kommenden Monaten in der EU heiß hergehen.

Das Parlament, das am Mittwoch in erster Lesung über den Richtlinien-Vorschlag der Kommission abstimmt, will den Schutz des europäischen Sozialmodells höher halten als die Kommission: Sie schlägt eine maximale Wochenarbeitszeit von 48 Stunden vor, wobei die Mitgliedstaaten auch bei ihrem heute üblichen Niveau – im Schnitt 35 bis 40 Stunden – bleiben können. Großbritannien liegt darüber: Vor allem hier machen viele vom so genannten Opt-out Gebrauch, wonach ein Arbeitnehmer mit seinem Unternehmen individuell mehr Wochenstunden aushandeln kann. Die Kommission will dies beibehalten und nur Missbrauch einschränken, das Parlament peilt die völlige Abschaffung des Opt-outs an, und die Mitgliedsstaaten sind in mehrere Lager gespalten. Zudem müssen sie eine Lösung für die Anerkennung der Bereitschaftszeiten finden, die nach jüngster europäischer Rechtssprechung auf die Arbeitszeit mit angerechnet werden müssen – vor allem beim medizinischen Personal ein heißes Thema.