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EU-Parlament debattiert Änderung der Arbeitszeitrichtlinie

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EU-Parlament debattiert Änderung der Arbeitszeitrichtlinie

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Optout ja oder nein? Europas Gemüter erhitzen sich derzeit an der Reform der Arbeitszeitrichtlinie, über die das Parlament an diesem Mittwoch in erster Lesung abstimmt.

Auf dem Prüfstand steht vor allem das individuelle Opt-out – die Möglichkeit für Arbeitnehmer, mit ihren Arbeitgebern persönlich mehr Wochenstunden auszuhandeln, als in ihrem Land üblich ist. Die Briten, die dieses Modell besonders gern praktizieren, wollen es beibehalten. Der britische Konservative Philip Bushmill-Matthews erklärt: “Wir bekommen vielleicht nicht die absolute Mehrheit, aber wir stehen bestimmt nicht allein da. Viele, viele sind weiter für das Opt-out. Jeder sollte selbst bestimmen können, wie lange er arbeiten will, das sollten ihm nicht Brüssels Politiker diktieren.” Europas Sozialdemokraten sind da anderer Meinung, und auch der zuständige parlamentarische Ausschuss, der die schrittweise Abschaffung des Opt-out empfiehlt. Der spanische Sozialist Alejandro Cercas verweist darauf, dass alle europäischen Arbeitnehmer betroffen seien, selbst wenn es einigen Ländern bessere Normen gebe, denn durch längere Arbeitszeiten in einigen Ländern verschärfe sich die Konkurrenz untereinander. Und man setze die Gesundheit und Sicherheit der Beschäftigten aufs Spiel. Während im Parlament die Tendenz vorherrscht, das Optout abzuschaffen, schlägt die Kommission dessen Beibehaltung vor. Sie will lediglich Missbrauch verhindern. Europas Regierungen, die in der Frage ebenfalls ein Wort mitzureden haben, sind geteilter Meinung.