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In Berlin wird am Mittag das Holocaust-Mahnmal eröffnet

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In Berlin wird am Mittag das Holocaust-Mahnmal eröffnet

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Zu der Einweihung in der deutschen Hauptstadt werden mehr als 1000 Gäste aus aller Welt erwartet. Das Denkmal für die ermordeten Juden Europas des Architekten Peter Eisenman besteht aus 2711 Betonstelen, die sich nur durch ihre Höhe voneinander unterscheiden. So bilden sie auf dem 19.000 Quadratmeter großen Gelände in Berlins Mitte eine sanfte Wellenform.

Bundestagspräsident Wolfgang Thierse sagte vor der Eröffnung in Berlin: “Ich hoffe, es ist ein wirksames Denkmal. Ein Ort, der zum Nachdenken anregt, keiner zu dem man gerne geht, kein angenehmer Ort, sondern einer den man besucht.”

Möglichen Schmierereien auf dem Mahnmal sehen Thierse und Eisenman gelassen entgegen. Auch will der New Yorker Architekt den Besuchern nichts vorgeben: “Ich finde, die Besucher sollen selbst entscheiden, ob die Stelen wie Grabsteine aussehen oder das Fundament eines Hauses oder wie ein Raumschiff. Für mich ist es das was es ist: Eine Gedenkstätte.”

Zu dem Mahnmal gehört im Untergeschoss ein Ort der Information, in dem der Leidensweg der Juden in die Konzentrationslager und Gaskammern nachgezeichnet wird. Insgesamt sind dort die Namen von 3,5 Millionen jüdischer Opfer des Nationalsozialismus dokumentiert.

Den Bau der Gedenkstätte hatte der Bundestag 1999 beschlossen, doch schon vorab hatte es Diskussionen um das Mahnmal gegeben, auch in der jüdischen Gemeinde war es umstritten. Die Baukosten betrugen 27,6 Millionen Euro. Ab Donnerstag ist das Mahnmal für die Öffentlichkeit zugänglich.