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Gewalttätige Proteste in Afghanistan wegen angeblicher Koranschändung in US- Gefangenenlager

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Gewalttätige Proteste in Afghanistan wegen angeblicher Koranschändung in US- Gefangenenlager

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Bei einer anti-amerikanischen Demonstration im Osten Afghanistans sind mindestens vier Menschen getötet und 50 verletzt worden. Anlass für die Proteste in der Stadt Dschalalabad war die angebliche Schändung des Koran im US-Gefangenenlager Guantanamo in Kuba.

Amerikanischen Medienberichten zufolge sollen dort Ermittler die heilige Schrift des Islam die Toilette hinuntergespült haben, um Häftlinge zum Reden zu bringen. Die aufgebrachten Demonstranten skandierten “Tod den USA” und griffen Gebäude an, in denen internationale Hilfsorganisationen untergebracht sind.

Schüsse waren zu hören, Augenzeugenberichten zufolge eröffnete die Polizei das Feuer auf die Menge. In Brüssel äußerte sich Afghanistans Präsident Hamid Karsai am Rande eines Besuches bei der NATO zu den Vorfällen. Die Ausschreitungen seien nicht anti-amerikanisch zu verstehen gewesen, sondern als Unmut über Koranschändung und Ausdruck von Demokratie.

Sie zeigten aber auch, dass der Aufbau der afghanischen Sicherheitskräfte noch nicht weit genug fortgeschritten sei, räumte Karsai ein. Das Pentagon leitete mittlerweile zu den Vorwürfen eine Ermittlung ein.