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UN-Hilfsprogramm: Französischer Ex-Innenminister der Korruption beschuldigt

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UN-Hilfsprogramm: Französischer Ex-Innenminister der Korruption beschuldigt

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Der gestürzte irakische Präsident Saddam Hussein soll an den früheren französischen Innenminister Charles Pasqua günstiges irakisches Öl verkauft haben, um sich für dessen Loyalität zu bedanken. Das geht aus dem jüngsten Untersuchungsbericht des US-Senats hervor.

Der Ausschuss beruft sich auf Dokumente und Gespräche mit früheren irakischen Spitzenfunktionären. Pasqua wies jede Schuld von sich und engagierte umgehend einen Anwalt, der ihn in den USA vertreten soll: “Es ist ein Skandal, dass mein Name durch diese Angelegenheit in den Dreck gezogen wird. Dann soll die Justiz alle notwendigen Recherchen anstellen und gegebenenfalls auch mich zur Rechenschaft ziehen”, sagte Pasqua. Ganz anders ist die Strategie des britischen Abgeordneten George Galloway, der ebenfalls von Saddam Hussein geschmiert worden sein soll. Der linke Politiker reiste eigens nach Washington, wo er morgen Rede und Antwort stehen will. Vor seinem Abflug aus London sagte er: “Das ist doch ein riesiges Ablenkungsmanöver von wirklichen Problemen im Irak. Ich klage die Amerikaner und ihre Verbündeten an, dem dortigen Volk Werte in Millionenhöhe gestohlen zu haben und mache sie für mehr als 100.000 Tote im Irak verantwortlich.” Galloway glaubt sich auf der sicheren Seite, denn bereits Ende vergangenen Jahres war er wegen ähnlicher Vorwürfe einer anderen Kommission erfolgreich gegen eine britische Tageszeitung zu Felde gezogen. Anders als Pasqua trat Galloway vor dem Umsturz auch öffentlich an der Seite Saddam Husseins auf. Gemein ist beiden Politikern die strikte Ablehnung gegen die von den Vereinten Nationen erhobenen Sanktionen gegen den Irak. Danach durfte das Land nur begrenzt Öl verkaufen, um Medizin und Nahrungsmittel für die notleidende Bevölkerung zu importieren.