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Nach dem Massaker in Andischan - USA kritisieren usbekische Führung

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Nach dem Massaker in Andischan - USA kritisieren usbekische Führung

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Die weltweite Sorge um die Lage im Osten Usbekistans wird größer – die Kritik vier Tage nach der blutigen Niederschlagung eines Aufstandes durch Regierungstruppen lauter. Die USA griffen die usbekische Führung, die als enger Verbündeter Washingtons im Anti-Terror-Kampf gilt, scharf an. Vertreter mehrerer westlicher Staaten forderten eine schonungslose Aufklärung des Massakers in Andischan.

Noch immer ist nicht klar, wie viele Menschen wirklich am vergangenen Freitag starben, als Soldaten auf Demonstranten feuerten. Offiziell heißt es rund 70, Augenzeugen sprechen von mindestens 500 Toten. US-Außenamtssprecher Richard Boucher erklärte, die US-Regierung sei tief beunruhigt über das gewaltsame Vorgehen der usbekischen Regierungstruppen. Sie verurteile den wahllosen Einsatz von Gewalt gegen unbewaffnete Zivilisten und habe die usbekische Führung zur Zurückhaltung aufgerufen. Der Flüchtlingsstrom von Andischan ins nahe gelegene Kirgisien reißt nicht ab. Auch in der Grenzstadt Karassu war es in den vergangenen Tagen zu Ausschreitungen gekommen. Mehr als ein Dutzend Menschen sollen Augenzeugenberichten zufolge bei dem Versuch erschossen worden sein, über die Grenze zu gelangen. Von der Regierung in Taschkent hieß es, vor allem bewaffnete Aufständische versuchten zu fliehen.