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Prozess-Auftakt gegen Geiselnehmer von Beslan

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Prozess-Auftakt gegen Geiselnehmer von Beslan

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In der nordossetischen Stadt Wladikawkas hat der Prozess gegen den einzigen lebend gefassten Geiselnehmer von Beslan begonnen. Der 24jährige Tschetschene Nurpaschi Kulajew muss sich vor Gericht wegen Terrorismus und Mord verantworten. Er hat seine Beteiligung an der Geiselnahme gestanden, bestreitet allerdings, jemanden getötet zu haben. Der Prozess wird voraussichtlich mehrere Monate dauern.

Mehr als 1300 Zeugen sollen aussagen. Kulajew droht eine lebenslange Haftstrafe. Aus Angst vor Anschlägen riegelten mehr als 100 Polizisten das Gerichtsgebäude weiträumig ab. Bei dem von tschetschenischen Terroristen organisierten Geiseldrama waren im September vergangenen Jahres in einer Schule in Beslan mehr als 330 Menschen getötet worden. Mehr als die Hälfte davon waren Kinder. Bei der Erstürmung der Schule wurden nach offiziellen Angaben 31 von 32 Geiselnehmern getötet.

Angehörige der Opfer werfen den Sicherheitskräften vor, auch das Leben der Geiseln nicht geschont zu haben. In einem Bericht einer parlamentarischen Untersuchungskommission zu Beslan heißt es, es gebe möglicherweise noch weitere überlebende Geiselnehmer.