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Usbekistan: Internationale Gemeinschaft fordert Untersuchung der Vorfälle

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Usbekistan: Internationale Gemeinschaft fordert Untersuchung der Vorfälle

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Nach den blutigen Ausschreitungen im Osten Usbekistans wächst der internationale Druck auf die Regierung des Landes. Mehrere Beobachter aus Europa und Asien reisten in die Stadt Andijan, um sich dort ein Bild von der Lage zu machen. Am Flughafen wurden die 36 Diplomaten vom usbekischen Innenminister Sakirdschon Almatow begrüßt, der sie anschließend durch die Stadt führte. Unter anderem besichtigten sie jenes Gefängnis, das Aufständische vergangene Woche gestürmt hatten, außerdem das Polizeihauptquartier, eine Kaserne und den zentralen Platz der Stadt. Ausgespart wurde allerdings jene Schule, in der nach Augenzeugenberichten mehrere hundert Demonstranten von Regierungstruppen erschossen worden waren.

Der britische Innenminister Jack Straw, der als einer der Beobachter nach Andijan gereist war, forderte vom usbekischen Präsidenten Islam Karimov uneingeschränkten Zugang nach Andijan für Nicht-Regierungsorganisationen und Diplomaten. Außerdem müssten die Ursachen für die Unruhen geklärt werden, sagte Straw, die Regierung müsse eine offenere und pluralistischere Gesellschaft in Usbekistan ermöglichen. Die EU und die Vereinten Nationen fordern eine unabhängige Untersuchung der Vorfälle – der usbekische Präsident lehnt dies allerdings als Einmischung in die inneren Angelegenheiten seines Landes ab. Die USA riefen Usbekistan zu raschen Reformen auf. Inzwischen wissen viele Einwohner Andijans nach wie vor nichts über das Schicksal ihrer Angehörigen. Rund 750 Menschen sollen bei den Ausschreitungen ums Leben gekommen sein. Die usbekische Regierung argumentiert, man habe eine Rebellion islamischer Terroristen niedergeschlagen, aber nicht auf Zivilisten geschossen. Diese Darstellung widerspricht allerdings den Berichten von Augenzeugen.