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China lenkt im Textilstreit ein - Verhaltene Euphorie in Brüssel

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China lenkt im Textilstreit ein - Verhaltene Euphorie in Brüssel

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Die Europäische Union hat im Textilstreit mit China zurückhaltend auf Pekings Einlenken reagiert.

Der Staatsrat des asiatischen Landes hatte angekündigt, ab 1.Juni die Ausfuhrzölle auf 74 Textilproduktkategorien um zumeist 400 Prozent zu erhöhen. “Wir werden erst nach genaueren Gesprächen mit den Chinesen sehen, was das genau bedeutet. Es gibt unterschiedliche Berichte darüber, was die Behörden dort tun wollen. Nächste Woche haben wir die Gelegenheit, das direkt mit Chinas Handelsbeauftragtem zu besprechen”, so die Pressesprecherin der EU-Kommission. Das chinesische Staatsfernsehen machte das Thema zu einem der Hauptschwer- punkte seiner Nachrichtensendung. Chinas Textilindustrievereinigung teilte mit, die Unternehmen des Landes müssten nun – so wörtlich – “Opfer auf sich nehmen”. Zu den Ländern, die von der Schwemme an Textilprodukten aus China am meisten betroffen sind, gehören Portugal und Frankreich. Der französische Industrieminister, Patrick Devedjian, nannte Pekings Ankündigung einen Schritt in die richtige Richtung. Dies sei aber erst der Anfang. Andere Faktoren würden bei der Entwicklung ebenso eine Rolle spielen – darunter etwa Chinas Bereitschaft auch gegen Fälschungen vorzugehen oder der umstrittene Wechselkurs des Yuan. Der Streit war über den starken Zuwachs von chinesischen Textilprodukten in der EU entstanden. Der Export von T-Shirts, Hosen oder Pullover aus dem Reich der Mitte stieg nach dem Wegfall des internationalen Quotensystems im vergangenen Januar sprunghaft an.