Eilmeldung

Eilmeldung

Ukraine: Eurovision Song Contest

Sie lesen gerade:

Ukraine: Eurovision Song Contest

Schriftgrösse Aa Aa

Am Samstagabend um 21:00 Uhr fällt in der ukrainischen Hauptstadt Kiew der Startschuß für das Finale des 50. Eurovision Song Contest.

Ein halbes Jahr nach den Massenprotesten der demokratischen Bürgerbewegung schwebt Kiev noch immer auf einer Wolke der Euphorie. Der europäische Musikwettbewerb bietet für viele Anhänger der neuen Regierung eine gute Gelegenheit den Geist der orangefarbenen Revolution zu feiern. Die politische Dimension der Veranstaltung wird allerdings auch von den Gegnern der Regierung Juschtschenko erkannt. Im Zentrum von Kiew machten sie aus ihrer Ablehnung keinen Hehl. Wie in den Vorjahren werden erneut Beiträgen mit stark folkloristischem Einschlag die Besten Chancen eingeräumt. Das zeigte das Halbfinale, bei dem sich gestern zehn Länder im ausverkauften Sportpalast einen Platz unter den 24 Startern sichern konnten. Die musikalischen Trends scheinen klar. Bei der Telefonabstimmung im Halbfinale gingen die Pop-Beiträge leer aus. Die Künstler aus Portugal, Island und Weißrussland mussten ihre Koffer packen. Besser als Disco kamen rockige Songs an. Die Band Wig Wam aus Norwegen ist hier kaum zu schlagen. Ironisch huldigen sie dem 25 Jahre alten Glamrock von Gary Glitter, Sweet und Slade. Auch Solosänger konnten sich nicht in die Herzen schmachten. Nur der dänische Lehrer Jacob Sveistrup zog mit “Talking to you” ins Finale ein. Erstmals sah die europäische Fernsehfamilie die spektakuläre Bühne, deren Beleuchtung schier unerschöpfliche Möglichkeiten bietet. Auf dem gläsernen Boden schweben die Künstler wie auf Wasser. Die folkloristische Fraktion aus Moldavien ist mit dem Song “Großmutter haut auf die Pauke” vertreten.