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Opposition tritt bei Wahlen im Libanon getrennt an

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Opposition tritt bei Wahlen im Libanon getrennt an

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Wenige Tage vor Beginn der Parlaments-Wahl im Libanon ist die Opposition zerstritten. Ihre drei verschiedenen Flügel werden im Wahlbezirk Berg Libanon getrennt und gegeneinander antreten. Auch für andere Bezirke könnte dies ein schlechtes Vorzeichen sein. Nach der Ermordung des früheren Ministerpräsidenten Rafik Hariri hatten sich die christlichen, drusischen und muslimischen Bewegungen zusammengetan. Ihr gemeinsames Ziel war es, gegen den syrischen Einfluss im Land vorzugehen.

Der christliche Politiker Michel Aoun, der 14 Jahre lang im Exil gelebt hatte, kündigte nun seine eigene Kandidatur bei den Parlamentswahlen an. Auch nach langen Verhandlungen mit dem Chef der Drusen, Walid Dschumblat, und dem der Muslime, Saad Hariri, habe es keine Einigung über eine gemeinsame Kandidatur gegeben, sagte er. Besonders Drusenführer Dchumblat wollte in dem Bezirk wohl nicht gemeinsam mit Aoun antreten. Bei der letzten Wahl hatte seine Partei zehn von elf Abgeordneten in der Provinz gestellt. Weniger dominant als Aoun und Dschumblat ist der Chef der muslimischen Opposition, Saad Hariri. Er ist der Sohn des ermordeten ehemaligen Ministerpräsidenten und wollte sich eigentlich nach dem Tod seines Vaters aus der Politik zurückziehen.