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Irak: Rätselraten um Verletzung des Terroristen al-Sarkawi

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Irak: Rätselraten um Verletzung des Terroristen al-Sarkawi

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Nach der Nachricht von der Verwundung des Terroristen Abu Mussab al-Sarkawi rückt nun das Krankenhaus Al-Ramadi im Irak in den Blickpunkt der Öffentlichkeit. In der Klinik sollen bereits öfter islamistische Kämpfer behandelt worden sein; US-Truppen suchten hier wiederholt nach verwundeten Aufrührern.

Via Internet hatte al-Sarkawis Terrorgruppe von dessen Verletzung berichtet und zum Gebet für ihn aufgerufen. Aus Islamistenkreisen heißt es, die Erklärung sei authentisch und bedeute, dass al-Sarkawi womöglich sogar bereits tot sei. “Dies ist ein Nachruf”, sagte der in London lebende ägyptische Islamist Hani al-Sebai gegenüber einer arabischen Zeitung, “und wer zwischen den Zeilen liest, versteht, dass er entweder sehr schwer verletzt wurde oder sogar auf dem Schlachtfeld gestorben ist.” Zahlreiche Anschläge im Irak gehen auf das Konto von al-Sarkawis Terrorgruppe. Auf seinen Kopf ist eine Belohnung von rund 20 Millionen Euro ausgesetzt.

Unterdessen hat die US-Armee mit Unterstützung irakischer Truppen in der Ortschaft Haditha nahe Bagdad eine Großoffensive gegen mutmaßliche Rebellen gestartet. Zahlreiche Verdächtige seien verhaftet worden, hieß es. Im nordirakischen Tal Afar kam es zu Kämpfen zwischen Schiiten und Sunniten, nachdem am Dienstag vor dem Haus eines Schiitenführers mehrere Autobomben explodiert waren. Das irakische Militär riegelte die Straßen ab und kontrollierte Fahrzeuge und Passanten. Ein Großteil der Bevölkerung in Tal Afar soll nach Augenzeugenberichten geflohen sein. Der italienische Außenminister Gianfranco Fini traf bei einem überraschenden Besuch in Bagdad Ministerpräsident Ibrahim al-Dschafari und seinen irakischen Amtskollegen Hoschiar Sibari. Nach dem Treffen hieß es, die rund 3000 italienischen Soldaten sollten nicht vor den nächsten Wahlen im Irak abziehen. Der Urnengang ist für kommenden Dezember geplant.