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Drei Tage vor dem EU-Referendum in Frankreich wächst die Sorge vor einem Nein.

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Drei Tage vor dem EU-Referendum in Frankreich wächst die Sorge vor einem Nein.

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UMP-Chef Nicalas Sarkozy soll gesagt haben, er wisse schon lange, dass die Wahl negativ ausgehe, so ein Parteimitglied. Dennoch mobilisieren Befürworter wie Gegner weiter ihre Kräfte.

Für den Chef der Grünen im EU-Parlament, Daniel Cohn-Bendit, ist ein Nein zur Verfassung völlig unverständlich. “Was machen wir dann? Welchen Text schlagen die Gegner vor? Da liegt doch das Problem. Wenn ich ja sage, weiß ich, was ich bekomme. Bei einem Nein weiß ich das nicht. Zu sagen, dann wird nachverhandelt ….ja aber mit wem? Wie?” Doch so weit gehen die Nein-Sager oft nicht. Sie fürchten, wie der frühere Sozialistenschef Henri Emmanuelli, eine zu große Marktliberalisierung. Er führt Airbus an, das seine Marktposition enormer öffentlicher Unterstützung verdanke. Doch damit solle es nun vorbei sein, weil dies den Wettbewerb verzerre. In den USA werde das Thema Wettbewerb in der Verfassung nicht mal angesprochen. In der EU-Verfassung werde dank Giscard d’Estaing eindeutig eine Marktliberalisierung angestrebt, so Emmanuelli. Stimmen die Franzosen tatsächlich mit Nein, könnte er davon profitieren. Der Chef der rechtsextremen Front National Jean-Marie Le Pen. Er lehnt die Verfassung ab, hatte sich aber bis auf seinen gestrigen Auftritt kaum in die Kampagne eingemischt. Zumindest äußerlich unbeeindruckt wird sich am Abend der französische Präsident Jacques Chirac im Radio und Fernsehen erneut an sein Volk wenden und versuchen zu retten, was zu retten ist. Größte Sorge: Dass die meisten der Wahl ganz fernbleiben, denn die Meteorologen haben für Sonntag sommerliche Temperaturen vorausgesagt und die meisten Wahllokale schließen um 20 Uhr.