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Abgeschotteter EU-Zuckermarkt soll reformiert werden - und Preise sollen sinken

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Abgeschotteter EU-Zuckermarkt soll reformiert werden - und Preise sollen sinken

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Nach vierzig Jahren Subventionierung sollen Europas Zuckerproduzenten sich dem Wettbewerb stellen. Die weit über Weltmarktniveau liegenden garantierten Preise für Rüben und Zucker sollen nach Vorschlägen der Europäischen Kommission drastisch gesenkt werden.

Das Vorhaben treibt die Zuckerrüben-Bauern, etwa in Nordostdeutschland in der Region um Rostock, auf die Barrikaden. Deutschland ist nach Frankreich der zweitgrößte Zuckerproduzent der EU.

Landwirtschaftskommissarin Mariann Fischer-Boel verteidigte Brüssels Pläne, einen subventionierten Markt zu reformieren, der vierzig Jahre lang nicht auf dem Prüfstand war: Damit werde man eine verlässliche, nachhaltige und langfristige Zuckerproduktion in Europa sicherstellen können. Der EU-Zuckerpreis ist etwa drei Mal zu hoch wie der Weltmarktpreis. Die Kommission schlägt vor, ihn innerhalb von zwei Jahren um knapp 40 Prozent zu senken, sowohl für Zuckerrüben als auch für weißen Zucker. Die Landwirte sollen durch eine Prämie entschädigt werden, die von der Menge der Produktion unabhängig ist. Unrentablen Produzenten soll der Ausstieg schmackhaft gemacht werden. Was die Bauern auf die Palme bringt, reicht der zuckerverarbeitenden Industrie noch nicht aus: Sie fordert schnellere Preissenkungen – die auch den Verbrauchern zu Gute kämen.