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Spannung vor Stichwahl im Iran: Keiner der beiden Kandidaten Favorit

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Spannung vor Stichwahl im Iran: Keiner der beiden Kandidaten Favorit

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Die 47 Millionen Wähler müssen zwischen dem erzkonservativen Teheraner Bürgermeister Mahmud Ahmadinedschad und dem moderaten Ex-Präsidenten Haschemi Rafsandschanni entscheiden.

Der Ausgang der ersten Stichwahl bei einer Präsidentenwahl in der Geschichte der Islamischen Republik ist völlig offen. Auf den Straßen Teherans hört man Unterschiedliches. So sagt ein Mann, er wähle Ahmadinedschad, weil er der grassierenden Korruption und dem Sittenverfall den Kampf angesagt habe. Und genau hier könnte Ahmadinedschads Chance liegen, denn während eine kleine Elite über unvorstellbaren Reichtum verfügt, leben viele am Rande des Existenzminimums. Ahmadinedschads Wähler stammen überwiegend aus der Unterschicht. In der amtierenden Regierung um Präsident Khatami haben sich inzwischen immer mehr Politiker gegen den 48-Jährigen ausgesprochen. Ahmadinedschad gilt zwar als säkular, doch fürchten viele, der frühere Revolutionswächter wolle im Iran eine Art Taliban-Herrschaft errichten. Ex-Präsident Rafsandschani erscheint vielen da als kleineres Übel. Der 70-Jährige, der bereits von 1989-1997 iranischer Präsident war, hatte vor der Wahl versprochen, sich im Falle eines Sieges für bessere Beziehungen zu den USA einzusetzen – etwas, dass sich nach Umfragen eine Mehrheit der jungen Iraner wünscht. Für die heutige Stichwahl reicht die einfache Mehrheit. Das Endergebnis wird morgen früh erwartet.