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Hardliner und Held der kleinen Leute: Wer ist Mahmud Ahmadinedschad?

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Hardliner und Held der kleinen Leute: Wer ist Mahmud Ahmadinedschad?

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Der neue Präsident des Iran, Mahmud Ahmadinedschad, ist, zumindest im Westen, bislang ein weitgehend unbeschriebenes Blatt. Als Hardliner gilt er und im Wahlkampf kündigte er bereits an, der Verweltlichung des Iran mit strengeren islamischen Gesetzen entgegenwirken zu wollen. Seine Gegner befürchten sogar, er werde im Iran eine Art Taliban-Herrschaft installieren. Genau weiß jedoch niemand, wohin Ahmadinedschad tatsächlich steuert.

Denn politisch war der ausgebildete Bauingenieur bisher nur als Gouverneur im Westiran und seit 2003 als Bürgermeister von Teheran tätig. Immer wieder kritisierte er in dieser Funktion die wirtschaftliche Diskriminierung vieler Menschen. Sein Ruf nach einer neuen islamischen Revolution, die “auch den Armen und Barfüßigen Wohlstand bringen soll”, trug ihm den zweifelhaften Ruf eines “islamischen Robin Hood” ein. Auch mit seiner Lebensweise sammelte der 48-jährige vor allem in ärmeren Bevölkerungsschichten Punkte: Ahmadinedschad wohn in einem kleinen Haus in einem Teheraner Arbeiterviertel und fährt einen Wagen Baujahr 1977. In seinem Herzen sei Ahmadinedschad ein Hisbollah, in der Praxis aber Technokrat, sagte sein Pressesprecher. Außenpolitisch jedenfalls hat der neue Präsident kaum Erfahrung und ist entsprechend unberechenbar: Wie er sich beispielsweise im Atomstreit mit der EU verhalten wird, kann derzeit niemand vorhersagen.