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Großbritannien: Politische Mehrheit für Identitätskarte fraglich

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Großbritannien: Politische Mehrheit für Identitätskarte fraglich

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Im britischen Unterhaus wird morgen in zweiter Lesung über die Einführung von Personalausweisen abgestimmt. Der Plan der britischen Regierung ist äußerst umstritten. Konservative und Menschenrechtsgruppen lehnen die Personalausweise ab, da auf ihnen auch biometrische Daten über den jeweiligen Bürger gespeichert werden sollen. Die London School of Economics schätzt in einem aktuellen Bericht, dass die Einführung der Pässe ab 2008 nicht rund vier Milliarden Euro kosten wird, wie von der Regierung veranschlagt, sondern etwa 12 Milliarden. Der britische Einwanderungsminister bezeichnete die Schätzung aber inzwischen als – so wörtlich – kompletten Unsinn. Der letzte Versuch, in Großbritannien Personalausweise einzuführen, war vor der Parlamentswahl im Mai an 19 Abgeordneten der regierenden Labour-Party gescheitert, die gegen die Pläne gestimmt hatten. Zuletzt wurden in Großbritannien im Zweiten Weltkrieg Personalausweise ausgegeben, um Nazi-Spione ausfindig zu machen.