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Schuldsprüche im Zusammenhang mit Völkermord in Ruanda

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Schuldsprüche im Zusammenhang mit Völkermord in Ruanda

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In Brüssel sind zwei Geschäftsleute aus Ruanda der Beihilfe zum Völkermord für schuldig befunden worden. Nach zwölfstündiger Beratung sprachen die Geschworenen die beiden Männer in den meisten der 81 Anklagepunkte schuldig. Weil sie Hutu-Milizen mit Waffen und Fahrzeugen unterstützt hätten, seien sie für den Tod zahlreicher Menschen im Jahr 1994 verantwortlich. Das Strafmaß stand zunächst nicht fest. Vor vier Jahren hatte ein Brüsseler Geschworenengericht bereits vier ruandische Angeklagte für schuldig befunden. Grundlage dieser Prozesse ist ein Gesetz, das der belgischen Justiz eine weltweite Zuständigkeit bei Verstößen gegen das Völkerrecht zubilligt. In der ehemaligen belgischen Kolonie Ruanda waren 1994 bei Auseinandersetzungen zwischen den Volksgruppen der Hutu und der Tutsi etwa 800 000 Menschen getötet worden.